Das Lama - ein spuckendes Ungeheuer?

 

Die Eigenart der Lamas, bei Streitigkeiten und Machtkämpfen ihre Artgenossen zu bespucken, erfolgt einerseits nicht gezielt, andererseits nicht ausschließlich mit Speichel. Vielmehr wird mit angelegten Ohren eine Portion Mageninhalt zusammen mit Speichelflüssigkeit in breiter Form als grüner, dünnflüssiger und übelriechender Brei ausgeprustet. Obwohl dies relativ selten passiert, wird diese Eigenschaft von den Menschen automatisch mit dem Begriff Lama in Verbindung gebracht.
Lamas gehören zur Gruppe der Neuweltkameliden wie auch die Alpakas, Vikunjas und Guanakos. Letztere sind Wildformen, Lama und Alpaka stammen vom Guanako ab und sind Haustierformen.
Die Heimat dieser höckerlosen Neuweltkamele ist Südamerika, insbesondere die rauen Hochflächen von Peru, Bolivien und Chile. In ihrer Heimat wurden Lamas und Alpakas vor etwa 4500 Jahren domest-iziert. Sie werden zur Fleischgewinnung oder als Lasttiere gehalten. Die hochgeschätzte Lamawolle stammt überwiegend von Alpakas, die mit einem ungewöhnlich weichen Wollvlies ausgestattet sind.

Die Haltung von Lamas in unseren Breiten ist absolut problemlos. Sie sind wie alle Kamele Wiederkäuer und an eine karge, rohfaserreiche Nahrung angepasst und können so gut auf mageren Weiden gehalten werden. Durch ihr wärmeisolierendes dichtes Fell sind sie gut vor trockener Kälte und rauem Wetter geschützt. Stallungen sind deshalb nur bei starkem Regen, beim Abfohlen und während der ersten 4 Wochen der Fohlenaufzucht nötig.
Die Tragezeit der Lamas beträgt 310 bis 350 Tage. Lamas gebären asaisonal ein Junges, das bis zum Alter von 8 bis 10 Monaten von der Mutter gesäugt wird. Lamas lassen sich gut auf Standweiden halten, wobei einem Hengst wenigstens 2-3 Stuten beigestellt werden sollten.

Als äußerst genügsame Haustierrasse, die hervorragend rohfaserreiche und verholzte Pflanzenteile aufschließen kann, sind sie gut in der Landschafts- und Biotoppflege einsetzbar. Als Schwielensohler verursachen sie wenig Trittschäden, sowohl auf feuchten wie auf trockenen Standorten.
Da Lamas nur auf bestimmten Plätzen koten (Lamatoiletten) erfolgt durch sie ein gezielter Nährstoffaustrag, wenn man die Kotplätze regelmässig reinigt.